How to spell Empire

18. Februar 2025

Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte der Tataren – der russischen Muslime, die in den deutschen Kriegsgefangenenlagern des ersten Weltkriegs zu islamistischen Kämpfern umerzogen werden sollten. Während die Deutschen versuchten, die gefangenen Tataren auf ihre Seite zu ziehen, nutzten die Tataren die Zeit in den Lagern, um sich zu bilden und Pläne für eine Befreiung von der russischen Herrschaft zu schmieden. In Deutschland erinnert heute wenig an diese Geschichte, aber im kulturellen Gedächtnis vieler Tataren hallen Erinnerungen an die Erfahrung ihrer Gefangenschaft bis heute nach.

Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte der Tataren – der russischen Muslime, die in den deutschen Kriegsgefangenenlagern des ersten Weltkriegs zu islamistischen Kämpfern umerzogen werden…

Weiterlesen

More Planets less Pain

18. Juli 2024

Ausstellung: Kunsthalle Erfurt / ACC Galerie Weimar / 06.03.2022 11:00 – 01.05.2022

Was weiß die Kunst? Auf welche Weise findet sie es heraus? Und wie gibt sie ihr Wissen weiter? Diese Fragen stellen sich im Arbeitsfeld der künstlerischen Forschung. Die in der Kunsthalle Erfurt und in der ACC Galerie Weimar stattfindende und von Anne Brannys kuratierte Ausstellung präsentiert zehn künstlerische Positionen von Promovierenden und Alumni des PhD-Studiengangs für Freie Kunst an der Bauhaus-Universität Weimar.

Ausstellung: Kunsthalle Erfurt / ACC Galerie Weimar / 06.03.2022 11:00 – 01.05.2022 Was weiß die Kunst? Auf welche Weise findet sie es heraus? Und…

Weiterlesen

Identifikation von muslimischen Grablagen auf dem Kriegsgefangenenfriedhof Zehrensdorf

15. Januar 2023

Auf dem Kriegsgefangenenfriedhof Zehrensdorf südlich von Berlin sind über 400 verstorbene, größtenteils muslimische Soldaten der zaristischen Armee bestattet, die im ersten Weltkrieg in deutsche Gefangenschaft geraten waren. Der Friedhof ist ein wichtiges Zeugnis für die Verwicklungsgeschichte der kolonialen Imperien im ersten Weltkrieg und für die europäische Auseinandersetzung mit dem Islam im beginnenden 20. Jahrhundert. Als der Zehrensdorfer Friedhof Anfang der 2000er Jahre restauriert wurde, war es aufgrund der dünnen Quellenlage nicht möglich, die Positionen aller Einzelgräber zu identifizieren und namentlich zu markieren. Neue Recherchen und die Synchronisierung von bisher unverbunden Archiven haben Quellen ans Licht gebracht, welche nun eine umfassende Rekonstruktion der Grablagen ermöglichen.

Auf dem Kriegsgefangenenfriedhof Zehrensdorf südlich von Berlin sind über 400 verstorbene, größtenteils muslimische Soldaten der zaristischen Armee bestattet, die im ersten Weltkrieg in deutsche…

Weiterlesen

Kabul Klavier

2. Juni 2022

Die Fotografien von zerstörten Instrumenten in den Räumen des afghanischen Rundfunks, die nach der Machtübernahme der Taliban im August 2021 bekannt wurden, sind Anlass für eine Auseinandersetzung mit der Frage, wie wir solche Konfliktbilder betrachten.
Im September 2021 wurden die zerstörten Instrumente, darunter zwei Konzertflügel, von einem britischen Journalisten fotografiert und auf Twitter geteilt. Die Taliban hatten aber nie die Verantwortung für den Zerstörungsakt übernommen.
Die Art und Weise, in der die Instrumente unkommentiert, aber unübersehbar für eine weltweite Öffentlichkeit drapiert waren, versetzt uns gezwungenermaßen in einen voyeristischen Modus, in dem wir - wie Susan Sonntag es ausdrückt - „das Leiden anderer Betrachten“. Das Bild der zerstörten Klaviere ist nach ikonografischen Gesetzen konstruiert und gehorcht den Regeln einer Ästhetik des Leidens, welche unserer Kategorien des Ethischen und Ästhetischen provoziert. Es beunruhigt einige unserer ideologischen Gewissheiten im Afghanistankonflikt. Das Klavier in Kabul soll aufrütteln, verschrecken oder zum Handeln motivieren und erfüllt in seiner Ambiguität einige der Erwartungen, die wir gemeinhin an Kunstwerke richten.
In der Auseinandersetzung mit den Bildern der zerstörten Klaviere stelle ich mir die Frage, ob das ikonoklastische Arrangement im Kabuler Rundfunkstudio in Wirklichkeit tatsächlich ein Kunstwerk ist - ein subversiv geplantes autodestruktives Bild, dass in seiner ganzen ikonografischen Komplexität wahrgenommen werden sollte und das von seinen anonymen Autoren darauf angelegt war, genau zu diesem Zweck geteilt und verbreitet zu werden.

Die Fotografien von zerstörten Instrumenten in den Räumen des afghanischen Rundfunks, die nach der Machtübernahme der Taliban im August 2021 bekannt wurden, sind Anlass…

Weiterlesen